Engagement für Mensch und Tier

 

Nur noch etwa 1000 Berggorillas gibt es weltweit, rund die Hälfte davon lebt im Bwindi-Nationalpark in Uganda. Dort verbrachte auch der reisebegeisterte Abenteurer Norman Lesser einige Zeit, um sich vor Ort ein Bild von der Situation der vom Aussterben bedrohten Art zu machen und gleichzeitig Kontakte zu den in der Umgebung des Nationalparks lebenden Menschen zu knüpfen. Von seinen Erlebnissen berichtete er jetzt auf Einladung von Lehrerin Katrin Keller der Klasse 8b an der Anne-Frank-Schule in Eschwege. Und die Schülerinnen und Schüler trafen dabei eine tolle Entscheidung für Mensch und Tier!!

Besonders betonte Norman Lesser, dass die Heimat der Bwindi-Gorillas in einer armen Gegend Afrikas liege und Schutzmaßnahmen daher immer auch die Nöte der Bewohner direkt am Rande des Parks berücksichtigen müssten. „Wenn wir die Gorillas schützen wollen, müssen wir unbedingt auch die dort lebenden Menschen unterstützen“, so Norman Lesser, „der Ausbau von Infrastruktur, Gesundheitsförderung und vor allem der Zugang zu Bildung stehen hier im Fokus.“ In diesem Zusammenhang versorgte er die Jugendlichen mit grundlegenden Informationen zu den Lebensbedingungen der Bevölkerung in Uganda. Dazu gehörten etwa die Anzahl an Kindern, die Kindersterblichkeit und das Pro-Kopf-Einkommen. Hierauf aufbauend erläuterte er auch die Probleme, die sich aus der stark anwachsenden Bevölkerung und dem zur Verfügung stehenden Land, das die Berggorillas als Lebensraum benötigen, ergeben: Ihr Lebensraum ist stark bedroht, weil die Menschen, die in unmittelbarer Nähe der Schutzgebiete leben, immer weiter in Richtung des Bwindi-Nationalparks vordringen. „Ihre Lebensumstände sind sehr einfach“, berichtete Norman Lesser, der seinen spannenden Vortrag mit vielen aussagekräftigen Fotos und Videos direkt aus dem Nationalpark illustriert hatte, „die Kinder haben oft nicht einmal das Nötigste, um gesund aufzuwachsen. Es fehlt vor allem an Zukunftsperspektiven.“

 

Um das zu ändern, unterstützt Norman Lesser eine Initiative, die gerade dabei ist, eine Schule für die Kinder aus den Bwindi-Randgebieten auszustatten. Auch die Klasse 8b hat sich nach dem Vortrag gemeinsam entschieden, dieses Vorhaben zu unterstützen. So spenden die Jugendlichen, die sich herzlich bei ihrem Gast für dessen spannenden und informativen Vortrag bedankten, als Klasse 200 Euro. Dafür verwenden sie einen Teil des Geldes, das sie selbst als Preis für ein vorbildliches Sozialprojekt erhalten hatten. Einige Schülerinnen und Schüler sowie Eltern geben sogar privat noch jeweils einen kleineren Betrag, der wiederum von Norman Lesser verdoppelt wird.

 

Mit dem Gesamtbetrag von 400 Euro sollen die Versorgung der Kinder mit Lebensmitteln unterstützt, Bücher und andere Lernmaterialien für die Schule am Rande des Bwindi-Nationalparks angeschafft sowie einfache Unterkünfte für verwaiste Kinder ausgestattet werden. „Damit zeigt die Klasse 8b einmal mehr ihr großes Engagement für Mensch und Tier“, so Klassenlehrerin Katrin Keller, deren Dank auch dem Vortragenden Norman Lesser gilt. Gemeinsam wollen die beiden dafür sorgen, dass das Geld sicher in Uganda ankommt und zweckgebunden verwendet wird.