Per Live-Schaltung im Klassenzimmer

Einmal im Jahr schaltet Lucia Puttrich sich live in hessische Klassenzimmer. Diesmal fiel die Wahl der Landesministerin für Europa- und Bundesangelegenheiten dabei auf die Klasse 9a der Anne-Frank-Schule in Eschwege. Über eine Stunde lang diskutierte die CDU-Politikerin mit den Gymnasialschülern über aktuelle politische Themen, darunter der Klimawandel, die Infrastruktur auf dem Land sowie Tiertransporte. Zunächst stellten ihr die Lernenden, die das Gespräch mit ihrer Lehrerin Annett Tusche engagiert vorbereitet hatten, einige persönliche Fragen.

So erklärte Lucia Puttrich, deren Karriere als Bürgermeisterin der Stadt Nidda begann, beispielsweise, wie sie überhaupt in die Politik kam. "Es war eigentlich nie mein Ziel, Politikerin zu werden", verriet sie den Jugendlichen, "aber schon als junges Mädchen merkte ich, dass ich nicht jammern, sondern mich lieber selbst einbringen wollte, um etwas zu verändern." Vor diesem Hintergrund könne sie grundsätzlich auch die Fridays-For-Future-Bewegung verstehen. Es sei wichtig, dass Jugendliche sich für das, was ihnen wichtig sei, einsetzten. "Ich denke aber, dass das nicht unbedingt während der Schulzeit geschehen muss", sagte Lucia Puttrich während des von den Schülern Livia Schrank und Tim Malsch-Spitzer moderierten Gespräches. Auch der Nachmittag eigne sich zum Protestieren.

Hinsichtlich der Klimapolitik räumte sie ein, dass hier in der Vergangenheit politische Fehler gemacht worden seien, es handele sich um ein hochkomplexes Thema. Es müsse aber unbedingt in erneuerbare Energien investiert werden. Hinsichtlich der Infrastruktur auf dem Land hielt Lucia Puttrich, die sich stets darum bemühte, ihre Antworten möglichst schülernah zu geben, fest, dass die Bedeutung des Internets zu lange unterschätzt worden sei und die Digitalisierung unbedingt auch in der Fläche erfolgen müsse. Um Arbeitsplätze zu sichern und junge Menschen und Familien auf dem Land zu halten, investiere die Landesregierung etwa auch in den Ausbau von Straßen.

Zum Brexit bemerkte die Ministerin, dass die politischen Kräfte Englands rund um den Ausstieg aus der EU fahrlässig gehandelt hätten, es nun aber leider kein Zurück mehr gebe und die Trennung nun unbedingt in Freundschaft erfolgen müsse. Herzlich bedankten sich die Schülerinnen und Schüler nach diesem Schlusswort für das Gespräch und die Einschätzungen der Politikeri, die sie als authentisch und persönlich wahrnahmen.