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Gemeinsam für Menschenrechte

Geschrieben von Melanie Salewski

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“: So heißt es im ersten Kapitel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen, die am 10. Dezember 1948 verabschiedet wurde. Die Idee der Menschenrechte ist eine der wichtigsten Grundlagen des menschlichen Zusammenlebens.

Doch nach wie vor kommt es fast überall auf der Welt regelmäßig zu Menschenrechtsverletzungen und die Idee universeller Menschenrechte steht immer wieder im Zentrum heftiger Debatten. Mit diesem Spannungsfeld haben sich jetzt zum Tag der Menschenrechte an der Anne-Frank-Schule in Eschwege mehrere Klassen des Jahrgangs 8 im Fach Gesellschaftslehre beschäftigt und gleichzeitig ein wichtiges Zeichen für Freiheit, Gleichheit und Solidarität gesetzt.

Sie beteiligten sich mit ihren Lehrerinnen Heidi Giese und Melanie Salewski am Briefmarathon der Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Dabei setzen sich jedes Jahr Millionen Menschen weltweit mit Appell-und Solidaritätsbriefen für zehn Personen ein, die sich den Menschenrechten verschrieben haben und dafür von ihren Regierungen angegriffen, gefoltert oder schikaniert werden.

Die chinesische Bürgerjournalistin Zhang Zhan ist etwa in Haft, weil sie über die Ausbreitung von Corona in ihrem Land berichtete. Der Umweltaktivist Bernardo Caal Xol wurde in Guatemala gefangen genommen, weil er gegen die Zerstörung eines für seine Gemeinschaft heiligen Flusses kämpft. Die Frauenrechtsaktivistin Wendy Galarza wurde bei Protesten für Frauenrechte in Mexiko zweimal von der Polizei angeschossen. In Thailand droht der Studentin Panusaya Sithijirawattanakul, für ihren friedlichen Protest für soziale und politische Reformen eine lebenslange Haftstrafe. 

Das sind nur vier der zehn Menschen, für die Amnesty International in diesem Jahr den Briefmarathon startete. „Die Schicksale dieser mutigen Männer und Frauen machen uns fassungslos“, so etwa Schülerin Luna-Maria, „gerade behandeln wir das Thema Recht und was mit diesen Menschen in ihren Ländern geschieht, stellt jeweils eine massive Verletzung der eigentlich universellen Menschenrechte dar. Das wollen wir nicht hinnehmen.“ Gemeinsam mit ihrer Mitschülerin Kimberly entschied sich Luna-Maria dafür, einen sogenannten Solidaritätsbrief direkt an die von den Menschenrechtsverletzungen Betroffenen zu schicken. Sie adressierten ihre in englischer Sprache verfassten Zeilen an Anna und Vera aus der Ukraine. Die beiden Aktivistinnen setzen sich für die Organisation Sphere ein, die LGBTI-Rechte in ihrem Land einfordert, und werden dafür bedroht. Aber der Staat tut nichts, um sie schützen. „Erst wenn man sich vor Augen führt, wie viele Regierungen die Menschenrechte missachten, wird einem klar, was es bedeutet, sicher und frei in Deutschland leben zu können“, sagte etwa Achtklässler Cäcilius, nachdem er sich genauer mit den Biographien der Verfolgten auseinandergesetzt hatte, „gerade weil wir in dieser Sicherheit und Freiheit leben können, ist es wichtig, dass wir Menschen, die den Schutz einer wahren Demokratie nicht haben, dabei helfen, ihre Menschenrechte durchzusetzen.“